Bergmesse Marienberg-Alm – Segnung der Mariensäule

Zur Bergmesse und Segnung der neuen Mariensäule kamen am Sonntag, dem 14. August 2011 Hunderte von Besuchern auf den Marienberg bei Obsteig. Pfarrer Josef Friedle zelebrierte die Messe an der Marienberg Alm und segnete die alte und die neue Marienskulptur. Die neue, ca. 1-Meter-50 hohe Marienstatue, wurde im Auftrag der Mieminger Agrargemeinschaft Marienbergalpe vom Bildhauer Siegfried Krismer aus Fiss gefertigt, sie steht auf einer etwa 150 Jahre alten und 4-Meter-10 hohen Lärchenholz-Säule, die unweit der Marienberg Alm geschlagen wurde. 

Architekt Dr. Markus Illmer aus Innsbruck entwarf die Mariensäule. Die Mieminger Sänger, unter der Leitung von Siegfried Köll, begleiteten die Bergmesse. Sie findet seit 25 Jahren, traditionell am 2. Sonntag im August, auf der Marienberg Alm statt. Unter den Gästen sahen wir u.a. Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa und zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Lebens. Mieming-Online dokumentiert das Ereignis mit Bildern und Informationen aus der Werkstatt des Bildhauer-Meisters, dem Tag des Aufrichtens der Mariensäule und schließlich dem aktuellen Bergfest.

Historie und Heute-Zeit

Die Bergmesse wurde heuer Felix Pirktl, Walter Schleich und allen verstorbenen Hirten und Almbauern der Marienberg Alm gewidmet. In früheren Jahren trugen die Bauern aus Aschland bei Obsteig, im Rahmen einer kleinen Prozession, u.a. eine Marienskulptur auf den Marienberg. Die spätbarocke Muttergottes wurde im 17. Jahrhundert vom Stamser Meister der Barockbildhauerkunst, Andreas Thamersch geschnitzt. Inzwischen ist sie denkmalgeschützt und wird vermutlich nach ihrer Restaurierung einen dauerhaften Platz in Stift Stams finden. Es wird vermutet, dass die barocke Marienfigur früher Teil einer Kreuzigungsgruppe war. Zur Bergmesse wurde sie nun ein letztes Mal auf den Marienberg getragen und übergab die Patronanz der Alm und ihrem Wirtschaftsbetrieb symbolisch an die neue Statue. Die Segnung der beiden Skulpturen war der Höhepunkt der diesjährigen Bergmesse auf der Marienberg Alm.

Zum Schutz und Segen der Alm

„Wir wollten zum Schutz und Segen unserer Almwirtschaft auf dem Marienberg dauerhaft eine Mariensäule errichten“, sagte Almmeister Benedikt van Staa. Er steht als Obmann der Agrargemeinschaft Marienbergalpe vor, die seit Jahrhunderten die verbuchten Weiderechte auf der 700 Hektar großen Alm hat. 200 Hektar davon werden als Weideflächen bewirtschaftet. Die Alm teilen sich Bauern der Mieminger Dörfer Barwies, See, Fronhausen und Krebsbach mit Bauern aus Gschwent und Aschland. Die Pläne zur neuen Mariensäule stammen von Architekt Dr. Markus Illmer, der mit der erfolgreichen Sanierung zahlreicher sakraler Bauten in Tirol bekannt wurde und z. Zt. die Renovierungsarbeiten der Pfarrkirche Barwies begleitet. „Die Idee war, dass die Marienskulptur, als Namensgeberin der Alm, ihren Platz auf einer hölzernen Säule findet“, sagt Markus Illmer. „Ihren Blick der Hütte, ihren Bewirtschaftern und Gästen zuwendend“.

Freude über Marienverehrung

In einer kurzen Ansprache bekundete Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa seine persönliche Freude ob der Marienverehrung und zog gar einen historisch bedeutsamen Vergleich zur Anna-Säule in Innsbruck, die „ja eigentlich auch eine Mariensäule ist, aber der Mutter Marias gewidmet ist“. Die Anna-Säule steht in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße und erhielt ihren Namen 1703 von den Landständen nach dem Anna Tag (26. Juli), an dem die letzten, der im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges in Tirol eingefallenen bayerischen Truppen vertrieben waren. Überhöht werden die vier Heilgen auf einem Sockel (Anna, Kassian, Vigilius und Georg) von der Heiligen Jungfrau. Deshalb, so van Staa, sei sie eigentlich eine “Mariensäule”.

Die Bildhauer-Werkstatt

Kurz vor Vollendung der neuen Marienskulptur folgten wir einer Einladung des Bildhauers Siegfried Krismer in seine Werkstatt nach Fiss (Fisser Höfe). Mit seinen Arbeiten begann der Künstler im Juli 2011. Das Zirbenholz der 1-Meter-50 hohen Skulptur stammte aus Pfunds, als Vorlage diente zunächst eine Zeichnung der historischen Barock-Skulptur, dann ein kleines Holzmodell, das später von einem exakteren Tonmodell abgelöst wurde. „Das Zirbenholz wurde Schicht für Schicht zu einem Block verleimt, in der Werkstatt meines Bruders geschnitten und von vier Seiten gehobelt“, erzählt Siegfried Krismer. Dann nahm die künftige Skulptur Woche für Woche Gestalt an. Ausgemacht war, dass sie am Donnerstag, dem 11. August 2011 auf dem Marienberg sein sollte. Der Künstler konnte den vereinbarten Termin halten und die Mariensäule auf einer Anhöhe (ca. 1620 Höhenmeter) montiert werden.

Das Montage-Team

Bildhauer Siegfried Krismer und Architekt Dr. Markus Illmer begleiteten persönlich die Installationsarbeiten auf der Marienberg Alm. Die 4-Meter-10 hohe, gerade gewachsene Lärchenholz-Säule, wurde am Abend zuvor mit einem Kran aufgestellt. Für die finalen Arbeiten wurde um die Säule ein Gerüst aufgebaut und darauf montierten die Anneler-Brüder, Christian und Thomas Schneider aus Untermieming, gemeinsam mit Max Pirpamer aus Fronhausen und Karl Haselwanter (Mieming) die Säule. Dabei assistierten Almobmann Benedikt van Staa und Alm-Hirt Herbert Schuchter. Die Marienskulptur steht nach drei Seiten geschützt unter einer nach vorne offenen Spezial-Plexiglas-Hülle. Das Plexiglas ist wetterfest. Luftschlitze sollen ihr bei Sturm Halt geben. Die Mariensäule überstand ihren ersten großen Tag auf der Marienberg Alm. Nach der Bergmesse zu ihren Ehren feierten bei sommerlichem Wetter Bergler und andere Besucher zur Unterhaltungsmusik der “Grießkogler” bis zum späten Nachmittag. Erst dann drehte der Wind und es zogen Wolken auf.

Die Marienberg Alm

Seit über 37 Jahren bewirtschaftet die Familie Annemarie und Herbert Schuchter die Marienberg Alm. Annemarie ist für das Almgasthaus verantwortlich, Herbert kümmert sich um ca. 260 Stück Braunvieh und Fleckvieh, davon 20 Milchkühe für den Almbetrieb. “Herbert ist der geborene Hirt”, kommentiert Alt-Obmann Hansjörg Wett. Ihm sei nicht bekannt, dass jemals zuvor die Almbewirtschaftung solange, ohne Unterbrechung, in einer Hand lag. Die Marienberg Alm ist ganzjährig geöffnet. Die Alm ist bei Wanderern, Radlern, Kletterern, Skifahrern und Tourengehern gleicherweise beliebt. Wanderer kommen im Sommer meistens von Arzkasten über den Alpsteig zum Marienberg (Gehzeit ca. 1 1/2 Stunden) oder nördlich der Mieminger Kette, über die Seeben Alm und Coburger Hütte zur Marienberg Alm. Das Skigebiet Marienberg – Biberwier ist im Winter längst mehr als ein Geheimtipp.

Wikipedia → Andreas Thamasch, Meister der Barockbildhauerkunst

Fotos: Knut Kuckel

Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:
MediaNews.Blog" – MediaNews.Blog informiert über die Themenbereiche Medien, Journalismus und Kommunikation.
OnMyWay.Photos" - Foto-Blog. Mit Bildern und Kurzgeschichten von unterwegs.
Knut Kuckel - Persönliches Webportal
→ Alle meine meine Beiträge in Mieming.online findest Du, wenn Du auf [weiter] klickst.

Alle Beiträge

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blog

Twitter


Herausgeber

Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:
MediaNews.Blog" – MediaNews.Blog informiert über die Themenbereiche Medien, Journalismus und Kommunikation.
OnMyWay.Photos" - Foto-Blog. Mit Bildern und Kurzgeschichten von unterwegs.
Knut Kuckel - Persönliches Webportal
→ Alle meine meine Beiträge in Mieming.online findest Du, wenn Du auf [weiter] klickst.

Google+

Almschreiber via E-Mail abonnieren

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.