26. April 2018
  • Menü
  • Menü
Norbert Kluckner 25 Jahre Hirte Hochfeldern Alm - Hirtenfestl beim Almabtrieb, Foto: Barbara Spielmann
Norbert Kluckner 25 Jahre Hirte Hochfeldern Alm - Hirtenfestl beim Almabtrieb, Foto: Barbara Spielmann

Norbert Kluckner 25 Jahre Hirte Hochfeldern Alm – Hirtenfestl beim Almabtrieb

Jeder Almabtrieb hat seine besondere Geschichte. Der heurige im Besonderen. Samstag, 13. September 2014. In der Chronik der Hochfeldern Alm wird vermerkt: „Norbert Kluckner – 25 Jahre Hirte auf der Hochfeldern Alm“. Dazu Klaus Scharmer: „Fast auf den Tag genau“. 

Das ist heutzutage ein selten gewordenes Berufsjubiläum, denn die Arbeit der Almhirten ist schwer. Beim Hirtenfestl am Kälberhag, beim Bauernhof der Familie Post, wurde die Familie Pia und Norbert Kluckner für ihre Leistungen geehrt. Bewegende Momente. Alle waren an der Seite der Almhirtenfamilie.  Die Almchronik wird auch vermerken, dass auf der Alm kein Tier zu Schaden kam. Zu bedauern ist allerdings ein Kalb, das sich auf dem Obermieminger Vorberg in einem Dornenbusch verfing und später seinen schweren Verletzungen erlag. “

Auf das Tier genau kann ich Euch das gar nicht sagen“, so Klaus Scharmer, aber heuer waren über 220 Tiere den Sommer über auf der Felderer Alpe. Jetzt sind sie alle wieder daheim. Es ist die Aufgabe des Almhirten, sich drei Monate lang um das Wohl der im anvertrauten Tiere zu kümmern. Eine Aufgabe, die einem Hirten viel abverlangt. Dazu kommen noch die eigenen Tiere. „Heu- und Milchkühe“, erzählt uns Norbert Kluckner. „Über 100 waren es heuer.“ Mit den Milchkühen versorgt seine Frau Pia und ihre Familie die Almgäste. Der Felderer Graukas ist über die regionalen Grenzen hinaus bekannt für seine Qualität. Täglich pilgern Graukas-Liebhaber auf die Alm, um sich mit der Spezialität zu versorgen.

Graukas, eine Marinade aus Essig und Öl, viel frische Zwiebeln, frische Almbutter – ganz dick auf das Bauernbrot aufgetragen – dafür lasse ich so manches stehen“, bestätigt ein Stammkunde der Kluckners.

„Es war höchste Zeit“, sagte Klaus Scharmer. „Unsere Kühe haben in den vergangenen Tagen knietief im Schlamm gestanden. Viel Futter gabs auch schon nicht mehr“. Man sieht den Tieren an, dass sie auf  der Alpe auf vieles verzichten mussten. Zuhause zu sein, wird ihnen gut tun.

Auf dem Vorberg in Obermieming gab es bedauerlicherweise im Frühling einen unglücklichen Vorfall. Ein Kalb verfing sich im Unterholz und erlag einen Tag später seinen Verletzungen.  Als Klaus Scharmer am Rande des Almabtriebs auf das Unglück zu reden kam, hatte man den Eindruck, dass um jedes verloren gegangene Tier getrauert wird. Es klingt vielleicht für den ein oder anderen Leser etwas befremdlich, aber das Vieh gehört irgendwie zur bäuerlichen Familie. Das sind ganz starke Verbindungen.

Man muss nicht besonders sensibel sein, um als Außenstehender das mit zu empfinden. Wie in einem Film laufen vor dem geistigen Auge Betrachters die Bilder ab. Der Almsommer, der heuer keiner war, im Zeitraffer-Tempo. Eindrücke weniger Augendlicke, bei  der erfolgreichen Übergabe der Tiere an ihre Bauern.

Erste Gratulanten waren die Obermieminger Almbauern. Alm-Meister Klaus Scharmer hielt die Festrede. Bürgermeister Franz Dengg überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Mieming und die Bäuerinnen und Bauern der benachbarten Marienberg- und Seebenalm kamen auch. Darunter Benedikt van Staa, Chef der Marienberg Alm und Abgesandte der Seeben-Alm. „Wir haben uns ganz besonders auch darüber gefreut, dass so viele Alm- und Althirten heute hier waren“, kommentiert Norbert Kluckner. „Zum Teil sogar mit ihren Familien“.

Quelle: Mieming Online → www.mieming-online.at

Fotos: Knut Kuckel

Knut Kuckel

Journalist / Publizist / Mediennetzwerker. Blogs, die ich schreibe:
Knut Kuckel - Persönliches Webportal
Medien News Blog" informiert über die Themenbereiche Medien, Journalismus und Kommunikation.
→ Mieming.online - Regionales Mediennetzwerk aus Mieming in Tirol.
→ Tirol.bayern - Grenzgänger und Gipfelstürmer

Beiträge anschauen

Hinterlassen Sie eine Nachricht

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.